. . . u n s e r e . . . T i m e l i n e . . .

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Jemal beschloss den radikalen Ortswechsel. 1970 Seine Promotion in Hamburg lag hinter ihm, er beschloss, nach Westberlin zu gehen und an der Freien Universität in Berlin ein weiteres Studium zu beginnen. Er schrieb sich in Publizistik, Politologie ein und wurde Lehrbeauftragter für Kurdisch am Institut für Iranistik (diese Tätigkeit hatte er vorher schon in Hamburg ausgeübt).

1970/71 Ich lernte Jemal auf einer Party kennen. Alle tanzten und ich saß mit Jemal und er erzählte mir von seiner Heimat. Es war kaum zu glauben, aber ich hatte noch nie von den Kurden und Kurdistan gehört! Er war der erste, der mir von den Kurden und Kurdistan erzählte. Als wir uns verabschiedeten, hatte ich ihm meine Adresse bei meiner Mutter gegeben. Zu der Zeit war ich aber in einer Klinik im Grunewald und ging nach der Party entsprechend dorthin zurück. Im Jahre 2018, wenige Monate vor seinem Weggang stellte Jemal einige private Bilder zusammen, darunter auch eines, das ich ihm 1971 mit einer Widmung geschenkt hatte.

Ich beschreibe in der Widmung, dass ich mich zum Zeitpunkt der Aufnahme, während eines Besuches bei meinem Bruder in Schweden, gut und ganz bei mir gefühlt hatte, voller Erwartung, was die Zukunft bringen würde.

Ich traf Jemal allerdings erst etwa ein Jahr nach der Party wieder, irgendwann 1971, zu welchem Zeitpunkt ich ihm dann das Bild mit Widmung schenkte, das ich erst kürzlich beim Betrachten von Jemals Scans entdeckte. Er hatte einige Bilder von mir bewahrt, was mich überraschte. Ich habe jetzt das Bild, das er mir zu der Zeit schenkte, dazu gestellt.

1969 Ich war 1969, zuerst nur zu Besuch aus Kanada, nach Deutschland zurückgekehrt. Im Jahre 1963 war ich nach einem Jahr Arbeit und Studium nach Kanada ausgewandert und hatte bald in verschiedenen Büros dort Vollzeit gearbeitet und abends studiert. Dazu hatte ich fast jedes Jahr 3 Wochen zumeist in Berlin verbracht. Das Geld für die Charterflüge konnte ich trotz aller weiteren Ausgaben zusammensparen.

Zurückgekehrt war ich, weil mein Vater 1966 von uns gegangen war, im selben Jahr auch die Mutter meiner Mutter. Mein Bruder Helmut war da schon lange in Schweden. Er hatte sich in Südschweden als Baumschulengärtner selbständig gemacht und eine Familie gegründet. Meine Mutter war nur mit meiner Großtante Meta allein in Berlin und in einer schlechten Situation. Meine Jahre in Kanada waren auch gerade an einem natürlichen Ende. Mein Studium, das ich selbst finanzierte, war abgeschlossen (Bachelor of Arts). Nach Rückkehr nach Berlin bzw. Westberlin in seiner Hochzeit, bewarb mich gleich als Importsachbearbeiterin und fand wegen meiner Fremdsprachenkenntnisse schnell eine Teilzeit/Anstellung, die ich schon hatte, als ich Jemal kennenlernte, und hatte auch mein Master Studium an der FU begonnen.